Watenstedt – Eine Oase in der Industrielandschaft



Schlosskirche Salder

Eine kleine Gemeinde mit einer wunderschönen alten Kirche existiert entschlossen wie auf einer winzigen grünen Insel zwischen Schornsteinen und Gewerbeflächen.

„Wir haben die schönste Kirche in der Propstei!“, erklärt Dorothea Schünemann, die im Kirchenvorstand der Gemeinde tätig ist, stolz. In der Tat kann man sich der friedvollen Atmosphäre in dem uralten romanischen Gemäuer in Watenstedt vom ersten Augenblick an nicht entziehen. Es sind keine alten, kostbaren Kunstwerke und noch nicht einmal eine reinerhaltene Romanik, die dieses Gefühl geben, denn diese ist eher nur von außen an dem wuchtigen um 1000 gebauten Wehrturm und dem im 13. Jahrhundert angebauten Kirchenschiff zu erkennen. Der rechteckige Innenraum mit der dunklen Balkendecke und dem im Jahr 1741 errichteten Gutsherrenprieche an der Nordseite hat seine heutige Gestaltung erst in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts erfahren und präsentiert sich eigentlich sehr schlicht. Watenstedt war nie Pfarrsitz. Anfang des Jahres fusionierten die Gemeinden Hallendorf und Watenstedt zur St. Barbara Gemeinde. Doch an der einen Wand der Prieche kann man eine Galerie der Pfarrer betrachten, die diese Gemeinde seit dem Krieg geistlich betreuten.

Die viereckigen Fenster, die wohl erst nach der Reformation die ursprünglichen rund bogigen Fenster der Romanik ersetzten, lassen mit ihrer Normalverglasung ungehindert das Sonnenlicht in den Raum fluten. Man kann sich gut vorstellen, dass bei dem jährlichen Frühstücksgottesdienst, zu dem die Bänke umgedreht und mit Bierzelttischen ergänzt werden, eine fröhliche und gemütliche Atmosphäre entsteht.

„Es herrscht ein guter Zusammenhalt in der Gemeinde“, erzählt die Organistin Helga Schober, deren Vater und nach dessen Tod die Mutter auch schon den Organistendienst an der kleinen zweimanualigen Orgel aus dem 19. Jahrhundert versahen. Besonderen Ansporn bekam dieser durch den Freundeskreis, dem bei der als Reaktion auf radikale Sparmaßnahmen der Landeskirche erfolgten Gründung im Jahr 2005 spontan 100 Personen oder Familien beitraten. Jährlich trifft sich dieser Kreis zu einem Grillfest auf dem Kirchengrundstück.