Stiftskirche Steterburg – barocker Glanz mit Wohlfühlcharakter



Eine etwas andere Kirche unter den Kirchen der Propstei Lebenstedt ist die Stiftskirche in Steterburg. Wie schon der Name sagt, ist sie keine Dorfkirche, sondern gehört zu einem ehemaligen Kloster bzw. Stift, das bereits um 1000 durch Frederunda von Oelsburg gegründet wurde.
Steterburg wurde durch seine Lage zwischen Wolfenbüttel und Braunschweig in den Religionskriegen und dem Dreißigjährigen Krieg oft in die Auseinandersetzungen einbezogen, zerstört und geplündert. So auch die 1332 nach einem Brand neu errichtete Kirche. Die mittlerweile seit der Reformation des Braunschweiger Landes evangelischen Stiftsdamen mussten zeitweise nach Braunschweig ausweichen. Nach dem dreißigjährigen Krieg konnte die Kirche nur notdürftig ausgebaut und hergerichtet werden, im Jahr 1748 ordnete der regierende Herzog Karl I einen Neubau an.
Und so präsentiert sich heute die Saalkirche, auf die die Gemeindeglieder sehr stolz sind, immer noch im barocken Glanz. Befragt, was ihnen an ihrer Kirche gut gefällt, ist dies für die Kirchenvorsteher/innen Ulrike Wolff, Elke Bernholz, Heimfried Kriegel, Katrin Aust und Anke Bietan einhellig der Wohlfühlcharakter, der durch die lichte Helligkeit der Kirche entsteht. Manches im Aufbau ist für die heutige Gemeinde – und Gottesdienstpraxis vielleicht etwas unbequem, so z. B., dass der Taufstein aus dem Jahre 1674 unverrückbar in der Mitte auf der Fläche vor dem prächtigen Hochaltar steht. Die Fläche nämlich bietet rund 30 Besuchern Platz, um aus den Bänken des säulenflankierten Langschiffes hier heraufzuziehen und in kleinerer Zahl den Gottesdienst zu feiern. Auch für die Aufführungen des Krippenspieles müssen sich die Mitarbeiter der Gemeinde etwas einfallen lassen um diesen Taufstein ins Spiel zu integrieren. „Man kommt eben an der Taufe nicht vorbei!“, scherzt Pfarrerin Katharina Pultke.
Durch einen neuen Toilettenbau in den Nebenräumen hat sich aber die Vielseitigkeit der Kirche als Veranstaltungsort noch erhöht. Beim Kindergartengottesdienst sitzen die Kleinen vor dem Hochaltar auf dem Teppich, bei Konzerten bietet die Kirche mit ihrer vom Hochaltar aus rundumgeführten, von korinthischen Säulen, die sich bis an die Decke fortsetzen, getragenen Empore bis zu 400 Besuchern Platz.

Hier erstrahlen dann wohl auch, wie zu Weihnachten, der große Kronleuchter in der Mitte und die beiden kleinen Kronleuchter an beiden Seiten des Kanzelaltares mit dem vielfachen Licht ihrer natürlichen Kerzen.
Susanne Diestelmann