Salder – Die Schlosskirche Salder wird 300 Jahre alt



Die mächtige Kuppel verdoppelt den Raum
Vor 300 Jahren wurde die barocke Schlosskirche Salder fertiggestellt und präsentiert sich noch heute weitgehend in ihrem damaligen höfischen Glanz. Der Erbprinz Wilhelm August von Braunschweig-Lüneburg hatte mit dem Kauf des Salderschen Schlosses im Jahr 1709 gleichzeitig die Rechte und Pflichten des Patronats über die Kirche erworben.
Man mag darüber streiten, welche Motivationen letztlich bewirkten, dass die alte, zu dieser Zeit recht baufällige Kirche abgerissen wurde und an ihrer Stelle eine Kirche für Hof und Dorf entstand. Denn eigentlich hatte niemand wirklich Geld dafür und Dorf, Landeskirchliches Konsistorium und der nicht sehr betuchte Erbprinz rangen gemeinsam um die Finanzierung, die im Jahr 1714 jedoch so gesichert galt, dass man mit dem Bau begann.
Es entstand nach dem Entwurf vom Festungsbaumeister Caspar von Völker in drei Jahren Bauzeit eine Kirche, in der die Dorfbewohner Platz fanden, die aber auch dem barocken Prinzip der Einhaltung der Parallelität und der Forderung zentraler Platzierung für den Hof Rechnung trug. Salder bekam eine Quersaalkirche, seinerzeit die modernste Form des Kirchenbaus, die gerade erst von Architekturtheoretiker Leonhard Christoph Sturm als beste Raumstruktur für protestantische Gotteshäuser propagiert worden war. Altar, Kanzel und Orgel sind in der Mitte einer Breitseite des kreuzförmigen Baus angeordnet. Den Kirchenraum überspannt eine mächtige Kuppel, die die Höhe des Raumes verdoppelt. Gegenüber von Altar und Kanzel war der Hof auf einer Empore und darunter nahe am Altargeschehen platziert, für die Gemeinde standen die Langseiten und darüber angebrachte Emporen zur Verfügung.
Das höfische Geschehen verschwand jedoch schnell wieder, heute sind die Gottesdienstbesucher Dorfbewohner. Doch die Gemeinde ist stolz auf ihr Schmuckstück. Unter Anstrengungen gelang es 2013, die Kirche zu renovieren und unter Beratung der Restauratoren ihre wohl originale Bemalung wiederherzustellen.

Susanne Diestelmann