Lichtenberg – Wo die Engel zu Hause sind



Ein Besuch bei der evangelischen Kirche in Lichtenberg, die eine bewegte Vergangenheit hat.

Die Kirchengemeinde in Salzgitter-Lichtenberg ist sehr stolz auf ihr modernes Gemeindehaus, das erst vor einem Jahr eingeweiht wurde – doch die Kirche der Gemeinde befindet sich an einem ganz anderen Standort.
Das liegt an der langen Geschichte des Ortes Lichtenberg, der aus ehemals zwei Orten, Oberfreden und Niederfreden, besteht. Das Gemeindehaus und das Pfarrhaus befinden sich in Niederfreden, die alte Kirche gibt es schon seit Ende des 18 Jahrhunderts nicht mehr. Die Oberfredener Kirche St. Petrus, die gegen Ende des 12. Jahrhunderts auf dem Grundriss einer Vorgängerkapelle erbaut, seitdem aber oft umgebaut und verändert worden ist, ist heute die evangelische Kirche in Lichtenberg.
Betritt man die Kirche durch die massive Holztür, die sich noch mit einem riesigen Schlüssel aus alter Zeit aufschließen lässt, so fallen einem gleich die Engel auf beiden Seiten des modernen Altarbildes ins Auge. Sie waren lange Zeit, wie der alte Holzaltar und die Kanzel, im Museum Salder untergebracht. „Die Engel haben wir uns zurückgeholt“, erzählt Kirchvorsteherin Marion Herfort, die nach eigener Aussage „schon immer hier“ war.
Ihr Sohn René ist der Küster der Kirche, aber die ganze Familie packt an, wo es nötig und wichtig ist. Ein weiteres Schmuckstück der Kirche ist das von dem Österreicher Künstler Adi Holzer gestaltete Fenster an der Wand hinter dem Altar, das sich auf eine Bibelstelle bezieht. Doch ein besonderes Zeugnis von der Lebendigkeit der Gemeinde ist der Stolz, der sich mit dem Taufbaum verbindet, den das Gemeindeglied Harold Weidner vor zwei Jahren für die Kirche gestaltet hat.
Kinder sind die Zukunft der Gemeinde – und da ist es besonders schön, dass dienstags die Kindergartenkinder die Kirche buchstäblich stürmen.
Teppichfliesen werden auf dem Fußboden verteilt und die Erzieherin hält eine Andacht für die Kinder.

Susanne Diestelmann