St. Johannes, Lebenstedt



Auch eine moderne Kirche in Salzgitter-Lebenstedt hat schon wieder fast eine Lebensspanne gesehen - so die Johannes Kirche im Saldergraben. 1954 wurde der Grundstein gelegt. Gefördert von der amerikanischen Organisation „Wooden Church Crusade“, die es sich nach dem 2. Weltkrieg zur Aufgabe gemacht hatte, 49 Kirchen im Grenzgebiet der damaligen West –Zone zur Ost-Zone zu fördern, konnte aus Mitteln der Gemeinde und der Landeskirche ein eigenes Gebäude für die aus der Andreas-Gemeinde hervorgegangene Johannes-Gemeinde erbaut werden.
Der Vater von Elke Jänsch wurde hier in Vorbereitung seiner Trauung konfirmiert, Elke Jänsch selbst wurde hier getauft, konfirmiert und getraut und schließlich wurden auch ihre Kinder hier getauft und konfirmiert.
„Das ist wie ein zweites Zuhause“, erzählt Frau Jänsch, die heute als Gemeindesekretärin hier arbeitet, eine lange Zeit den Kinderkreis leitete und früher im Kirchenvorstand aktiv war. Die Gemeinde kann auf über 60 Jahre bewegten Lebens im gerade in dieser Stadt so sichtbaren demografischen Wandel zurückschauen.
Schon von weitem fällt einem die nach unten hin geöffnete Parabelform des Eingangsbereichs der schlichten weißen Kirche auf, die schon in den Fensteröffnungen des Turmes und dann bei der weiteren Betrachtung immer wiederkehrt. Sie symbolisiert, wie uns erklärt wird, die zu den Menschen hin geöffneten Hände Gottes oder die Hände, die sich im Namen Gottes zu anderen hin öffnen. Die Parabelform kehrt besonders eindrucksvoll im mit Holz ausgekleideten Innenraum der Kirche sowie den Fenstern wieder und nicht zuletzt in den zum 50-jährigen Jubiläum mit Spenden der Gemeinde angeschafften Paramenten, die genau diese Form wieder aufnehmen.
Die Kirchenfenster im Altarraum und über der Orgelempore mit Darstellungen von aus der Johannesoffenbarung übernommenen Motiven sind von dem Hamburger Künstler Klaus Wallner gestaltet, das schwere eindrucksvolle Kruzifix auf dem Altar von Wilhelm Keudel aus Salzgitter.
Zeugnisse der Prägung der Gemeinde durch die Geschichte der Stadt sind an der Orgelbalustrade aufgehängt.

Susanne Diestelmann