St. Jakobi, Reppner - Gemeinde-leben in Kirche und Klause



Wir kommen ein wenig zu früh zu unserem Termin in Reppner. Doch die 88jährige Ursula Grünhagen, die noch bis vor kurzem den Seniorenkreis leitete, und Susanne Warzecha vom Kirchenvorstand erwarten uns schon in der kleinen Jakobsklause gegenüber vom Eingangsportal der Kirche in Reppner. Das war hier früher das „Leichenhaus“ erzählen sie mit einem Zwinkern, doch es wurde als solches kaum genutzt. Reinhard Thörmann, ebenfalls im Kirchenvorstand aktiv, erzählt uns, dass die früheren Gemeinderäume im Pfarrhaus durch dessen Verkauf für die Gemeinde nicht mehr nutzbar waren. Der Ausbau des gemütlichen Häuschens, in dem sich weitgehend das rege Gemeindeleben abspielt, wurde von der Gemeinde zum Teil in Eigenleistung erbracht. Seit einiger Zeit schmückt sogar ein Holzbrett mit den eingebrannten Buchstaben „Jakobus-Klause“ den Eingang.

Reppner gehört zum Pfarrverband Lesse, Berel, Reppner und erfreut sich seit ein paar Monaten der Tatsache, durch den jüngsten Pfarrer der Propstei, Florian  Wagner, betreut zu werden.

Eine Kirche hat es in Reppner schon mindestens seit 1220 gegeben, doch ist davon nur noch der alte Wehrturm übrig, da die Kirche 1844 wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste. 1847 war die neue Kirche, die an den ausgebesserten alten Turm angebaut wurde, fertiggestellt, heute präsentiert sie sich allerdings weitgehend so, wie sie bei der Renovierung in den späten 50er Jahren ausgestattet wurde: Mit einem schlichten Altar und einer schlichten Kanzel aus Elmkalkstein und einem bunten Glasfenster in der Apsis, das den auferstandenen Christus zeigt. Just in dem Moment, da wir die Kirche betreten, erstrahlt das schöne Fenster in hellem Sonnenschein.

Zum Schluss sitzen wir wieder in der Jakobs-Klause und nun hören wir noch einiges über das Gemeindeleben: Gottesdienste werden stets zu den Feiertagen, ansonsten alle drei Wochen angeboten. Etwa vier Mal im Jahr wird anschließend bei Kaffee und Kuchen oder auch Wurst und Bier noch gemütlich zusammengesessen. Einmal im Monat treffen sich die Senioren zum Klönen und eine Frauengruppe zu gemeinsamen Aktivitäten. Zu aktuellen Themen werden jährlich zur Auszeit und zum Neujahrsempfang Referenten eingeladen.

Susanne Diestelmann