Hallendorf

„Für mich ist Kirche nicht nur das Gebäude Kirche, sondern die Menschen drumherum, die die Kirche lebendig halten, sei es durch die Kinderkirche, eine Kinderkirchenübernachtung, die Kinderfreizeit, das Sommerfest, den Spielenachmittag, die Frauenhilfe, der Gitarrengruppe der Cavanetten und ökumenischen Kirchenchor …“, hebt Rita Bothe-Grönke, die seit 12 Jahren in der Gemeinde Hallendorf als Kirchvorsteherin tätig ist, hervor. Brigitta Lohrengel, ehemalige Küsterin, Kirchvorsteherin und nach wie vor treues Gemeindeglied, unterstreicht dies mit Fotos, die sie mitgebracht hat. Eine bunte Vielfalt des kirchlichen Lebens der letzten Jahrzehnte, in Gottesdiensten und um die Kirche herum, ist auf ihnen zu sehen. Das Gebäude selbst hat im Großen und Ganzen sein heutiges Aussehen im Jahr 1802 erhalten. Hinter dem massiven quadratischen Turm mit flachem viereckigem Helm erstreckt sich das nicht viel breitere, rechteckige Kirchenschiff, das durch die leichte Erhöhung des Altarraumes und die hölzerne Altarwand mit Kanzel eine Unterteilung erhält. Die Orgelempore mit der Orgel aus dem Jahr 1896 und die Seitenemporen bieten über die darunter befindlichen Kirchenbänke hinaus viel Platz für Gottesdienstbesucher. Die hölzernen Seitenlogen im Altarraum wurden bei der Renovierung in den 90er Jahren entfernt, erzählt Brigitta Lohrengel. Ein genau in dieser Zeit verabschiedetes Gesetz verhinderte den Abbau der Altarwand, worüber die Gemeinde heute sehr froh ist. Die Anfänge der Kirche liegen jedoch bereits im 14. Jahrhundert. Schon 1542 wird die Kirche im Zuge der ersten Durchführung der Reformation im Braunschweiger Land als sehr baufällig beschrieben, im Dreißigjährigen Krieg erlebt sie wüsten Einbruch und Plünderung durch die Söldner des Feldherrn Tilly. Das kleine Dorf Hallendorf mit nie mehr als 300 Einwohnern erfuhr im 20. Jahrhundert durch den Zuzug von Menschen, die durch die neu angesiedelte Schwerindustrie Arbeit gefunden hat, ein enormes Wachstum und zählte 1958 über 2000 evangelisch-lutherische Gemeindeglieder. So wurde Hallendorf 1959 nach langer Zusammengehörigkeit mit Engelnstedt wieder eigenständige Pfarrstelle, bekam ein neues Pfarrhaus und später auch Gemeindehaus. Nach dem 1974 erfolgten Zusammenschluss mit Watenstedt zu einem Pfarrverband, der Erweiterung des Pfarrverbandes durch die Gemeinden Salder und Bruchmachtersen im Jahr 2015, fusionierten die Gemeinden Hallendorf und Watenstedt im letzten Jahr zu einer Gemeinde, die den Namen St. Barbara erhielt. Hallendorf ist weiterhin Pfarrsitz des Pfarrverbandes.