St. Cosmas und Damian in Engelnstedt und St. Johannes in Immendorf





Äußerlich haben die beiden Kirchen in Immendorf und Engelnstedt auf den ersten Blick nicht allzu viel gemeinsam, obwohl sie beide aus romanischer Zeit, die eine um 1100 erbaut, die andere etwa 200 Jahre später, stammen.
Doch betritt man das Innere, so fällt einem sofort eine frappierende Gemeinsamkeit ins Auge: die barocken Altarwände. Und sie sind es auch, zu der uns in beiden Kirchen sofort die Schritte lenken. In Engelnstedt, Pfarrverband Broistedt Engelnstedt, erzählt uns Sieghilde Paschke, die 23 Jahre im Kirchenvorstand tätig war, über das Leben der etwa 350 Mitglieder zählenden Gemeinde. Die 78-jährige Marlene Ehlers ist jeden Sonntag zum Gottesdienst in der Kirche und an hohen Feiertagen ist die Kirche voll. 1x im Monat trifft sich der Frauenkreis.
Die Immendorfer Gemeinde, die zum Pfarrverband Thiede gehört, zählt nur 168 Gemeindeglieder, macht aber mit Beteiligung am Bürgerfrühstück, der Lichterkirche zu Beginn des Immendorfer Weihnachtsmarkt und der Seniorenweihnachtsfeier und dem Frühlingsfest auch, was für die kleine Gemeinschaft möglich ist, wie Kirchvorsteher Günther Propst erzählt.
Doch nun zurück zu den Altarwänden der Kirchen: es lässt sich nach Recherche in den Quellen bisher nicht nachvollziehen, welcher Künstler die beiden hölzernen Altarwände mit der Hochkanzel 1737(Engelnstedt) und 1740(Immendorf) geschaffen hat, doch die zeitliche Nähe ihrer Entstehung, sowie der beinahe identische Aufbau legen es nahe, dass es ein und derselbe Künstler war. Die Kanzeln sind von zugleich gedrehten und umwundenen korithischen Säulen flankiert. Neben der linken Säule sieht man jeweils den gekreuzigten Jesus, neben der rechten den Auferstandenen. Das Chronogramm an den Kanzeln verrät bei beiden Altären das Alter, wenn man die lateinischen Großbuchstaben entschlüsselt, in einem Strahlenkranz über der Kanzel prangt das Wort Jahwe in hebräischen Buchstaben.

Neben diesen sehr ähnlichen Schätzen in beiden Kirchen ist jede Gemeinde jedoch noch auf einen eigenen Schatz stolz. So ist es in Engelnstedt der älteste Abendmahlskelch der Braunschweiger Landeskirche – er stammt aus dem 13. Jahrhundert und gehörte laut Inschrift einst dem Zisterzienserkloster Marienthal bei Helmstedt. In Immendorf ist es der Taufengel über dem später hinzugekommenen Taufbecken aus dem Jahr 1783. Kirchvorsteherin Christine Vogelsang-Weber erklärt, dass dieser an seiner Aufhängung bei Taufen weiter heruntergelassen werden kann um die Taufkanne zu tragen.
Susanne Diestelmann